|


Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben
seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation
und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.
Quelle: Web-Seite der
Bundesregierung:
http://www.die-gesundheitsreform.de
(einfach anklicken)
Sozialgerichte stärken die
Rechte von Schmerzpatienten gegenüber Rentenversicherungen:
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf , in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zum 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2
oder auch
https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik
und vom Sozialgericht Köln erging die einstweilige Verfügung in nur
23 (!!) Tagen:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht3.
Die Methoden der modernen
Schmerztherapie
bieten auch optimale Voraussetzungen für eine
Anschlußheilbehandlung
(AHB)
bzw.
Anschlußrehabilitation,
weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen
rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber
erfahren Sie hier:
http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk
(einfach
anklicken).
Die wichtigsten Schmerzthemen zusammengefaßt:
Arthritis:
http://www.arthritis-information.de
Arthrose:
http://www.1-arthrose.de
Armschmerzen:
http://www.armschmerz.com
Atypische Gesichtsschmerzen:
http://www.atypischer-gesichtsschmerz.de
Bandscheibenvorfall:
http://www.bandscheibenvorfall.biz
Beinschmerzen:
http://www.beinschmerz.com
Borreliose:
http://www.bor-reliose.de
Brustwirbelsäulensyndrom:
http://www.bws-syndrom.de
Brennende Füße:
http://www.burning-feet-syndrom.de
Cluster-Kopfschmerz:
http://www.cluster-kopfschmerz.org
CRPS:
http://www.komplexes-regionales-schmerzsyndrom.de
Durchblutungsstörung:
http://www.durchblutungs-stoerung.de
Dorsalgie:
http://www.dorsalgie.com
Fibromyalgie:
http://www.fibromyalgie.at
Fibromyalgiesyndrom:
http://www.fibromyalgiesyndrom.eu
Gelenkschmerzen:
http://www.gelenksschmerzen.de
Gesichtsschmerz:
http://www.gesichtsschmerzen.de
Gliederschmerzen:
http://www.gliederschmerzen.com
Gürtelrose:
http://www.guertelrose.co.uk
Halswirbelsäulensyndrom:
http://www.hws-syndrom.de
Herpes zoster:
http://www.herpes-zoster.eu
Hörsturz:
http://www.gehoersturz.org
Hüftschmerzen:
http://www.xn--hftschmerz-9db.de
Ischias:
http://www.ischias.co.uk
Kausalgie:
http://www.kausalgie.de
Kopfschmerzen:
http://www.kopfschmerz.cc
Kreuzschmerz:
http://www.kreuzschmerz.org
Leistenschmerzen:
http://www.leistenschmerz.de
Lendenwirbelsäulensyndrom:
http://www.lws-syndrom.de
Lumbalgie:
http://www.lumbalgie.de
Lumboischialgie:
http://www.lumboischialgie.eu
Migräne:
http://www.migraene.cc
Morbus Sudeck:
http://www.morbus-sudeck.de
Muskelschmerzen:
http://www.muskelschmerz.net
Nervenschmerzen:
http://www.nervenschmerz.de
Neuralgie:
http://www.neuralgie.com
Osteomyelitis:
http://www.osteo-myelitis.de
Schleudertrauma:
http://www.schleudertrauma.li
Polyneuropathie:
http://www.polyneuropathie.com
Postzosterische Neuralgie:
http://www.postzosterische-neuralgie.com
Restless legs:
http://www.restless-legs-syndrom.eu
Rückenschmerzen:
http://www.xn--rckenschmerz-dlb.com
Schlaganfall:
http://www.hemialgie.de (Hemialgesie)
Schulterschmerzen:
http://www.schulterschmerz.com
Spannungskopfschmerzen:
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Spinalkanalstenose:
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Steißbeinschmerzen:
http://www.kokzygodynie.de
Sudeck Dystrophie:
http://www.sudeck-dystrophie.de
Thalamusschmerzen:
http://www.thalamusschmerz.de
Tinnitus:
http://www.tin-nitus.de
Zephalgie:
http://www.cephalgie.com
Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
Schmerzklinik (1):
www.schmerzklinik-1a.de,
Schmerzklinik (2):
www.schmerzklinik-1.de
Schmerzklinik (3):
www.schmerzklinik.biz
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
www.norderney-insel-hotel.de
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Informationen über
Schmerzerkrankungen

ISCHIALGIE
| Der Begriff "Ischialgie"
setzt sich aus den Wortteilen "ischias" und "algia" bzw.
eingedeutscht "algie" zusammen. Algia bzw. algie kann mit "Schmerz
(haftigkeit)" übersetzt werden.
Der Nervus
ischiadicus ist ein motorisch
(= die Muskelkraft
betreffender) / sensibler
(= die
Empfindung betreffender) Ast
des Plexus sacralis
(= Nervengefleicht des
Kreuzbeins) (L4-S3). Er
verläuft aus dem Becken durch das Foramen infrapiriforme, zwischen
Trochanter major
(= großer Rollhügel am hüftnahen
Oberschenkel
knochen) und Tuber ossis ischii
(=
Sitzbeinhöcker) abwärts zur Kniekehle. Dort
teilt er sich in N. tibialis und N. peroneus communis auf. |
|
 |
Mögliche Ursachen
einer Ischialgie, die (meist) mit
Kreuzschmerzen einhergeht:
-
Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion)
-
Bandscheibenvorfall
(Bandscheibenprolaps)
-
Wirbelgleiten (Spondylolisthese)
- Stenose (= Einengung)
im Foramen intervertebrale
(=
Zwischenwirbelloch) (Nervenwurzelkompression),
hervorgerufen durch:
a)
Tumorbildung
b)
Randzackenbildung
c) Varizen (= Krampfadern) im Bereich der Rückenmarkshülle
d) Ödem
(= Flüssigkeitsansammlung) im Bereich der
Nervenwurzel
e) Wirbelbruch (Wirbelfraktur)
Andere Ursachen (überwiegend den
gesamten Nervenverlauf betreffend):
- Echte
Ischiasneuralgien,
als eigenständiges Krankheitsbild, gekennzeichnet durch häufige
Schmerzattacke
n
von wenigen Sekunden Dauer entlang des Nervenverlaufs sind selten.
- Nicht selten entsteht eine Ischialgie infolge von
Verletzungen oder iatrogen
(= durch ärztliche Einwirkung verursacht)
durch Operationen im Bereich der
Hüfte
und des
Oberschenkels.
Meist bestehen dann
Dauerschmerzen bzw. länger anhaltende
Schmerzepisoden.
- Eine Ischialgie kann auch durch falsch gesetzte
Spritzen ins
Gesäß
entstehen. Gefürchtet sind dabei besonders Rheumamittel. Das Schmerzbild ist
dem einer
Kausalgie
(= typische
Schmerzen bei
einer
Nervenverletzung,
auch als
komplexes regionales
Schmerzsyndrom Typ II bezeichnet)
ähnlich (brennender
Schmerz charakter
mit schmerzhaften Empfindungsstörungen).
- Eine schmerzhafte
Neuritis (Nervenentzündung)
des Ischiasnervs kann durch die Zuckerkrankheit (auch im Rahmen einer
Polyneuropathie), oder auch durch
Alkoholmißbrauch entstehen. Die länger anhaltende Ischialgie tritt bei
dieser Ursache meist beidseitig auf.
- Auch Vergiftungen mit einem Schwermetall (z.B.
Thallium, Blei, DDT) können im Sinne einer
Neuritis
zu einerIschialgie
führen. Typisch sind dabei motorische und sensible
(=
die
Muskel
kraft
und die Empfindung betreffende) Störungen oder gar Ausfälle.
Erwähnenswert ist
gesäßbetonte Ischialgie, da sich hinter diesem Beschwerdebild auch ein
Piriformissyndrom verbergen kann. Zu einem
Piriformis-Syndrom
kann es durch Verletzungen im Gesäßbereich kommen, so z.B. durch Sturz oder auch
durch eine unsachgemäße Spritze ins G
esäß,
woraus eine muskuläre Störung resultiert.
Weitere mögliche
Ursachen einer Ischialgie (den
unteren Nervenverlauf betreffend):
1. Isolierte
Schmerzen im
Bereich der
Unterschenkel
außenseite und des Fußrückens können auf ein
Fibulaköpfchen-Syndrom zurückzuführen sein. Am Fib
ulaköpfchen (=
Köpfchen des Wadenbeins) liegt der N.
peroneus communis (=
ein Nervenast des Is
chias)
unmittelbar am Knoc
hen
und kann dort leicht komprimiert werden, so z.B. durch einen Gipsverband, bei
Reposition (= Rückverlagerung in die normale Lage)
eines Schenkelhalsbruches oder durch Brüche und Verrenkung in diesem Bereich.
Für ein
Fibulaköpfchen-Syndrom
sind nach unten ausstrahlende Schmerz
en
bei Druck auf den Nerv hinter dem Köpfchen des
Wade
nbeins typisch.
2. Das
subakute oder chronische
Tibialis anterior Syndrom geht mit
Schmerz
en
an der Schienbeinvorderseite einher, verursacht durch eine
Nervenkompression (Nervenkompressionssyndrom)
in der Tibialisloge
(= die sog. Streckerloge, ein Raum mit geringer Ausdehnungsmöglichkeit).
Das akute
Tibialis anterior Syndrom
ist ein Notfall, der sofort operativ behandelt werden muß (Druckentlastung durch
Spaltung der bindegewebigen Muskelumhüllung).
3. Das
vordere
Tarsaltunnelsyndrom entsteht am Fußrüc
k
en durch Kompression des N. peroneus profundus
(= Nervenast des
Is
chias) unter dem Ligamentum cruciatum
(= gekreuztes Bindegewebsband),
so z.B. durch zu enges Schuhwerk. Druck auf das Ligamentum verstärkt die
Beschwerden am Fu
ßrücken.
4. Das
hintere
Tarsaltunnelsyndrom
entsteht durch eine Kompression zwischen Innenknöchel und Retinaculum flexorum
(= Halteband für die
Beugemuskulatur zwischen Innenknöchel und
Fers
enbein).
Typischerweise tritt ein Schmerz und Gefühlsstörungen an der
Fußsohle,
vor allem beim Gehen und nachts auf.
5. Die
Mortonneuralgie ist auf eine Neurombildung
(= gutartige Nervenauftreibung)
durch Druck auf die Nn. digitales II-IV
(=
Ner
v
en, die die Ze
hen
versorgen)
zurückzuführen. Die Patienten klagen über einen brennenden Schmerz im Bereich
der vorderen Fu
ßsohle.
Der brennende Schmerzcharakter gibt Anlaß zur Verwechslung mit einer
Sympathalgie
(= Schmerz
aufgrund einer Reizung des unwillkürlichen Nervensystems).
Behandlung bei
Ischialgie:
Grundsätzlich gilt, daß durch eine
geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) versucht werden muß, eine für die geklagten
Schmerz
en
ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken. Gelingt dies, so muß diese
zunächst kausal (=
entsprechend der Krankheitsursache)
behandelt werden.
Dazu ein Beispiel: Wird die Ischialgie durch einen Wirbelsäulentumor verursacht,
so steht an erster Stelle natürlich eine spezifische Krebstherapie
(Chemotherapie, Bestrahlung, Operation). Verbleiben nach einer
krankheitsspezifischen Behandlung dennoch
Schmerz
en,
leider häufiger auch nach
Bandscheibenoperationen, so eignen sich zur Behandlung
folgende Maßnahmen, wobei
Dauerschmerzen praktisch immer eine Kombination von verschiedenen
Therapieverfahren erfordern:
Medikamentöse
Schmerzbehandlung bei Ischialgie:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig)
und subakut
(= eher schleichend
verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die
am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B. Meloxicam.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese
Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei
längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht
auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe
zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln)
(z.B. Orphenadrin,
Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark
wirkende
Schmerzmittel)
(z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) beherrschbar.
Ist die Ischialgie eher anfallsartiger Natur, also im Sinne einer Ischiad
ikus-
Neuralgie, so ist die Verordnung
eines Antikonvulsivums
(= ein Mittel gegen
die Fallsucht, aber auch bei einem anfallsartigen
Schmerz
wirksam) angezeigt. Als
erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin.
Die Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin
einzusparen.
Grundsätzlich sollte aber auch bei Ischialgie eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva (=
Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischer Ischialgie hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder
Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika) bei
Ischialgie:
Bei einer anhaltenden Ischialgie sollten rechtzeitig alternative Methoden
eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder
Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und
Nervenblockaden. Sehr hilfreich sind wiederholte Einzelbetäubungen
des N. isch
iadicus,
wenn gleichzeitig Kre
uzschmerzen
bestehen, in Kombination mit
Nervenwurzelblockaden neben der
Wirbelsäule. Bei
verhärteter
Muskulatur
im Lendenbereich ist dann zusätzlich die wiederholte, großzügige Infiltration
derselben zur Muskelentspannung mit Bupivacain (0,25 - 0,5%) sehr lohnend.
Betäubungen (Blockaden) des
Isch
ias
gelingen am sichersten infragluteal
(= unterhalb des Gesäßes).
Im Gegensatz zur transglutealen
(= durchs
Gesä
ß
hindurch) Technik kann eine deutlich
kürzere und damit dünnere Nadel verwendet werden. Der Einstich erfolgt ca. 3
Querfinger unterhalb der Gesäßfalte am rückwärtigen
Oberschenkel. Die
exakte Position kann bei Verwendung einer dünnen Kanüle durch Auslösung von
Parästhesien
(= Fehlempfindungen) ermittelt
werden. Der Verlauf des Nerven kann auch mit einer transkutanen
(= über die Haut verabreichten)
elektrischen Nervenstimulation mit Zielelektrode zuvor
identifiziert werden. Bei
ungenügender Wirkung muß daran gedacht
werden, daß die Endäste des Isch iasnervs,
also die Nerven peroneus communis und tibialis bei manchen (wenigen) Menschen
das Becken bereits getrennt, also in zwei selbständigen Portionen verlassen.
Zur
Schmerztherapie
reichen 10-15 ml z.B. Bupivacain 0,125-0,15% aus. Bei dieser Konzentration
bleibt die Motorik intakt, so daß begleitend physiotherapeutische Maßnahmen (= Krankengymnastik,
Anwendungen) durchgeführt werden
können, bzw. bei starken Schmerz
en
durch Hemmung der Nozizeption
(= Schmerzreizleitung) überhaupt
erst möglich werden.
In hartnäckigen Fällen
hat sich zur Behandlung einer Ischialgie die
kontinuierliche Blockade des N. ischiadicus mit Katheter sehr
bewährt. Dabei wird, ebenfalls von der Oberschenkelrückseite her, ein dünner
Kunststoffschlauch (Katheter) durch eine Kanüle hindurch in die Nervenscheide
(= Gewebsumhüllung
eines Nerven) des
Isch
ias
eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. In der
Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. Bei ungenügender Wirkung muß daran gedacht
werden, daß die Nerven peroneus communis und tibialis bei manchen (wenigen)
Menschen
das Becken auch getrennt, also in zwei selbständigen Portionen verlassen.
Ist die Ischialgie auf Störungen im Bereich der unteren
Lendenwirbelsäule
zurückzuführen und bestehen deshalb gleichzeitig
Kreuzschmerzen, empfiehlt sich die Durchführung der genannten
Blockadetechnik in der sog. retrograd hohen Variante. Dabei wird während den
Katheterfüllungen der Oberschen
kel
unterhalb der Einstichstelle mit einer Manschette abgestaut. Das örtliche
Betäubungsmittel kann sich auf diese Weise innerhalb der Nervenscheide nur nach
oben ausbreiten und so dann auch die gestörten Nervenwurzeln im Lendenbereich
erreichen und dort bezüglich der
Kreuzschmerzen
ebenso lindernd wirken. Mit dieser sog. retrograd hohen
Blockadevariante werden zusätzliche
Ner
venwurzel-Blockaden im unteren Lendenbereich zur Behandlung der
Kreuzschmerz
-Komponente entbehrlich.
Beim
Tarsaltunnelsyndrom und bei der
Morton-Neuralgie
können die betroffenen Äste des Isch
ias
zunächst auch weiter unten wiederholt betäubt werden.
Physikalische Therapie
bei Ischialgie:
Auch die Elektrostimulation kann bei Ischialgie eine Beschwerdelinderung
herbeiführen. Die transkutane
(= über die Haut verabreichte) Stimulation mit
Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich
die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden über dem
Ischiasverlauf am rückwärtigen Oberschen
kel
aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße
kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer Ischialgie empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls eine Ischialgie lindern.
Nahezu unverzichtbar bei einer vertebragen verursachten
(= durch Störungen im Bereich
der Wir
belsäule
verursachten) Ischialgie ist die
heilgymnastische Therapie, insbesondere in Form der
Rückenschule,
da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern
und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es,
Rüc
k
en-
und
Bauch
muskulatur zu trainieren, da auf Dauer nur eine kräftige
Mus
kulatur
eine statische und dynamische Insuffizienz des Achsenorgans kompensieren kann.
Pflegerisch ist bei akuter und subakuter
(= nur schwach ausgeprägten)
Ischialgie auch an die Lagerung im Stufenbett zu denken.
Andere Therapiemaßnahmen
bei Ischialgie:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur
(Schmerzakupunktur) nicht unerwähnt bleiben.
Besteht
eine Ischialgie längerfristig, so ist davon auszugehen, daß
bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung)
vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische
(= körperliche) Behandlung kaum mehr
ausreichend, sondern es müssen im Rahmen der speziellen
Schmerzpsychotherapie zusätzlich
psychologisch /psychotherapeutische
Interventionen erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es
nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung
absolviert haben.
Die
invasiven
(= in den Körper eindringenden)
Therapiemethoden der
speziellen
Schmerztherapie setzen
eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen
therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die
kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in
ganz wenigen
Schmerzzentren
(Schmerzkliniken)
durchführbar, so z.B. in Bad Mergen
theim.

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Aktualisiert: >06.12.2007</>
kusb
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